Mit Experimentalarchäologen Lothar Breinl
zurück in die Steinzeit
Das „Steinzeitfeuer" war der Höhepunkt -
Hirschauer Kinder erleben die Techniken der Steinzeit
„Schaffe ich es oder nicht?", fragte der bekannte
Experimentalarchäologe Lothar Breinl aus Dingolfing die Schülerinnen und
Schüler der Grund- und Mittelschule Hirschau vor dem Feuermachen „nach
Steinzeitart". Die begeisterten Kinder wurden nicht enttäuscht. Mit Hilfe
von Feuerstein und Katzengold (Pyrit) gelang es ihm tatsächlich, Funken zu
produzieren und mit Zunder und feinem Reedgras ein Feuer zu entfachen.
Diesmal ließ Lothar Breinl für die Hirschauer Schulkinder den
Geschichtsunterricht lebendig werden. Lehrerin Klaudia Fuchs hatte den Kontakt
mit Lothar Breindl hergestellt. Wie die Menschen vor 5000 bis 7 000 Jahren ihren
Alltag meisterten oder welche handwerklichen Mittel ihnen dafür zur
Verfügung standen, konnten die Schüler im praktischen Schulunterricht hautnah
erfahren. Anhand einer kurzen Bilderschau erklärte Breinl eingangs, wie
archäologische Ausgrabungen vor sich gehen. So zeigte er Bilder von einer
Grabungsstätte bei Straubing, in der eine Wohnsiedlung gefunden wurde und
Aufnahmen von einigen ausgegrabenen Skeletten, bei denen Schmuckstücke und
andere Grabbeigaben wie Werkzeuge oder Waffen entdeckt wurden
Wie man solcherlei Fundstücke rekonstruiert und durch Experimentieren auch
deren Funktion herausfindet, interessierte die Schüler ganz besonders. Als
Beispiel diente eine Gürtelschnalle aus einer großen Mittelmeermuschel.
Außerdem erläuterte Breinl, wie aus Birkenrinde der
Universalkleber der Steinzeit hergestellt wurde. Besonders erfreut
zeigten sich die Schüler im zweiten Teil des Exkurses, in dem es darum ging,
die handwerklichen Tätigkeiten der Jungsteinzeit praktisch zu erleben. Neben
dem Feuermachen war das Bearbeiten des Feuersteins zur Herstellung von Geräten
und Waffen die wichtigste Voraussetzung, um Überleben zu können. Er wurde zur
Herstellung von Klingen, Schabern, Pfeilspitzen, Messern oder Bohrerspitzen
verwendet. Bei den anschließenden praktischen Übungen, die teils om der
Pausenhalle, teils auf dem Pausenhof durchgeführt wurden, konnten die Schüler
selbständig einige Techniken ausprobieren. So standen die Herstellung eines
Steinzeitbohrers sowie eines echten Holzpfeils mit eingeklebter Steinspitze und
das Zuschleifen von Muscheln für eine Kette auf dem Stundenplan. Viel zu
schnell vergingen an diesem Vormittag die Schulstunden für die Kinder, die den
Alltag der Steinzeitmenschen nun besser nachvollziehen können.

Foto und Bericht. Josef Schmaußer