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Spannung pur beim Vorlesenachmittag in der Bücherei

Eine knappe Stunde lang hätte man vergangenen Donnerstag in der Stadt- und Pfarrbücherei eine Stecknadel fallen hören. 44 Kindergarten- und Grundschulkinder ließen sich von den Weihnachtsgeschichten fesseln, die ihnen von Grundschullehrerin Hildegard Feyrer vorgelesen wurden.

Von Erich Kästner stammt der Satz: „Das Land des Lesens ist ein geheimnisvoller, unendlicher Erdteil ... ". Den Weg dorthin finden Kinder durch das Vorlesen, denn Vorlesen fördert nach einer Studie der Stiftung "Lesen" Fantasie, Kreativität und Empathie. Von diesen Erkenntnissen ließen sich Bücherei-Chefin Charlotte Fleischmann und ihr Team leiten, als sie zu der Vorlesestunde in die Bücherei einluden. Spannung war gleich angesagt bei dem in Reimen verfassten Kinderbuch von Tilde Michels und Reinhard Michl „Es klopft bei Wanja in der Nacht“, das die Erzählerin mit dem Erzähltheater „Kamishibai“ präsentierte. In einer eisigen Winternacht pochen dort nacheinander Hase, Fuchs und Bär an Wanjas Tür und begehren Einlass – also drei eigentlich einander verfeindete Tiere. Sie schwören, sich gegenseitig nichts zuleide zu tun. Doch bangten die Zuhörer: Werden die ihren Schwur die ganze Nacht durchhalten? Am Morgen waren alle drei verschwunden. Wanja konnte die Spuren jedes einzelnen Tieres im Schnee verfolgen. Das gute Ende machte deutlich, dass Not ein friedliches Miteinander möglich machen kann. Wohl auch deshalb wurde das Buch 1986 mit dem Gustav-Heinemann-Preis ausgezeichnet.

Spannend ging es ebenfalls bei der Adventsgeschichte „Hinter verzauberten Fenstern“ zu. Mit ihrer Hauptperson Julia, die zunächst enttäuscht ist, weil sie anders als ihr Bruder Olli keinen Schoko-, sondern nur einen Papier-Adventskalender bekommt, entführt die Autorin Cornelia Funke in eine geheimnisvolle Welt. Hinter Julias Adventstürchen leben nämlich Menschen. In ihrer Parallelwelt trifft sie auf einen König, einen Prinzen, einen Riesen, Heinzelmännchen, Elfen und einen richtigen Bösewicht. Am Schluss gab es zur Freude aller hinter den verzauberten Fenstern genauso ein Happy End wie vor den Fenstern zwischen Julia und Olli.

Bei so viel Spannung war die Vorlesestunde wie im Flug vorbei, nicht zuletzt wegen Hildegard Feyrers einfühlsamer Vortragsweise. Aufgelockert wurde der Nachmittag durch das Singen von Liedern wie „Es schneit“ oder „Schneeflöckchen, Weißröckchen“. Monika Fleischmann dankte den Kindern für ihre vorbildliche Aufmerksamkeit und Hildegard Feyrer für ihren gelungenen Vortrag. Für die kleinen Gäste gab es zum Abschluss eine süße Belohnung und ein Lesezeichen. Und so mancher kleine Spross nahm sich Lesefutter mit nach Hause.

 

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Eine spannende und unterhaltsame Stunde bescherte Grundschullehrerin Hildegard Feyrer (Mitte) den 44 Kindergarten- und Grundschulkindern, die zum Vorlesenachmittag in die Stadt- und Pfarrbücherei gekommen waren.