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Alte Schule in der Innenstadt gleich neben der Kirche

Hirschauer Kinder erkundeten ihre Heimatstadt

Die 4. Klasse der Grundschule Hirschau unternahm mit ihrem Hausmeister und Stadtheimatpfleger Sepp Strobl eine Führung durch ihre Heimatstadt Hirschau. Um den SchülerInnen zu zeigen, was sich in den letzten 50 Jahren in ihrer Stadt alles verändert hat,  wurden  ihnen vor Beginn der Führung mit einer Bildershow alte Stadtansichten gezeigt, um dann vor Ort die Plätze und Straßen in ihrem oft neuem Gesicht mit dem Bildern der Vergangenheit zu vergleichen.

Durch den sogenannten Kirchensteig kam man bei der Kirche an. Klassenleiter Konrektor Josef Schmaußer hatte im Vorfeld die Kinder schon mit der Geschichte ihrer Heimatstadt vertraut gemacht. Als die Gruppe dann auf dem Parkplatz stand und zum Kirchturm aufsah, war es für die Kinder ganz schön lustig, als der Stadtführer erzählte, „wir stehen jetzt mitten im Klassenzimmer der alten Knabenschule“. Sepp Strobl  hatte im Klassenzimmer auf die Spuren der Bombardierung im April 1945 am Turm der Pfarrkirche hingewiesen und ein Foto gezeigt, auf dem ein wagemutiger Handwerker in den 1970er Jahren das Turmkreuz, auf einer Leiter stehend und kaum gesichert!!, wieder instand setzte.

Beim Rathaus wurde z.B. der Prangerstein gezeigt, Teil des mittelalterlichen Strafsystems. Zufällig kam Bürgermeister Hermann Falk vorbei und wurde von den Kindern gleich mit Fragen konfrontiert.  Weiter durch die Stadt blieb man gegenüber dem  Luber-Schneinda Haus stehen und las die eingemauerte Gedenktafel, die an den letzten  großen Stadtbrand von 1926 erinnert, bei dem 10 Wohnhäuser abbrannten. Als das  ehemalige, untere Stadttor 1895 abgebrochen wurde, erzählte der Stadtführer , kaufte es der damalige Brauereibesitzer Josef Vitus Dorfner,  weil er die Steine brauchen konnte. Den über dem Toreingang eingemauerten  Hirschen ließ er aber vorsichtig herausbrechen und an der Westseite seines Gasthofes anbringen, wo man ihn heute noch bewundern kann.

Sepp Strobl zeigte abschließend noch Spuren der drei Stadttore und erklärte die wichtige Lage an der „Goldenen Straße“. Der eiskalte „böhmische Wind“, der an diesem Vormittag durch die Hirschauer Gassen fegte, führte einen Schüler, als er die Pflasterer bei ihrer Arbeit für Stadtsanierung bei diesen widrigen Wetterbedingungen beobachtete, zu der Aussage: „Bin i froah, wenn i wieda in mei woarme Schoul kumm‘“.

stadtfuehrung_kl4_1.jpg (88685 Byte)

Bildunterschrift: Die eigene Geschichte kennenlernen und erleben. Die 4. Kl. der GS Hirschau erkundete mit Stadtheimatpfleger Sepp Strobl (Bildmitte) die Heimatstadt. Bürgermeister  Hermann Falk (links) stieß zufällig auf die Gruppe