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Frau Anja Fröhlich von der "Eine-Welt-Station" 
erklärt FairTrade - Schokoladenherstellung

Schokolade ist bei den allermeisten Kindern eine beliebte Süßigkeit. Aber nur wenige wissen, wo die Schokolade herkommt und wie sie hergestellt wird. Die Kinder der beiden Kombiklassen1/2 und 3/4 der Hirschauer Grundschule wissen darüber seit Wochenbeginn bestens Bescheid. Ihre Klassenleiter Hildegard bzw. Alois Feyrer hatten mit Anja Fröhlich von der „Eine-Welt-Station“ Amberg eine ausgewiesene Fachfrau in Sachen globales Lernen in ihren Unterricht eingeladen. Sie zeigte den Kindern nicht nur den Weg der Schokolade von der Kakaoschote bis zur fertigen Tafel im Supermarkt auf, sondern machte ihnen auch die problematischen Arbeits- und Lebensbedingungen der Kakaobauern - insbesondere ihrer Kinder - bewusst.

Mit Hilfe von Bildkarten besprachen die Mädchen und Jungen den Entstehungsweg der Schokolade: vom Kakaobaum über die Ernte, das Fermentieren der Bohnen und das Verschiffen bis zur Weiterverarbeitung in der Fabrik. Die einzelnen Schritte wurden in Bildern und durch greifbare Stücke erklärt. Die Kinder bestaunten mit allen Sinnen "echte" Kakaoschoten, geröstete Kakaobohnen und den Kernbruch. All dies durften sie ertasten, beschnuppern und auch kosten. Die Grundschüler erfuhren, dass Kakaobäume aufgrund der klimatischen Bedingungen vorwiegend in Afrika wachsen. Die Elfenbeinküste sei das größte Anbaugebiet. Anja Fröhlich stellte auch die historische Entwicklung der Schokolade vor. In Mexiko hätten die Mayas „Kakaosuppe“ hergestellt. Spanische Eroberer hätten den Kakao dann nach Europa gebracht.

Intensiv nachdenken konnten die Mädchen und Jungen über die Lebenssituation der Kakaobauern. Tief berührt nahmen sie zur Kenntnis, dass Kinder im Alter von fünf Jahren bereits um vier Uhr morgens aufstehen und auf den Feldern mitarbeiten müssen, daher keine Schule besuchen können. Da sie keine Bildung erfahren, müssen sie als Erwachsene weiter auf den Feldern arbeiten. Über Generationen haben sie keine Möglichkeit, diesem Teufelskreis zu entrinnen. Dass die Bauern alles andere als einen gerechten Lohn für ihre schwere Arbeit erhalten, demonstrierte Anja Fröhlich konkret mit den Stücken einer Tafel Schokolade. Sie zeigte die Anteile der an der Produktion Beteiligten auf, angefangen vom Kakaobauern über den Aufkäufer und die Fabrik über den Zwischenhändler und den Supermarkt bis hin zum Finanzamt. Die Kinder reagierten entrüstet, als sie erfuhren, dass der Kakaobauer, der die meiste Arbeit hat, zu wenig verdient, um seine Familie zu ernähren. In diesem Zusammenhang stellte die Gastlehrerin das Konzept „FairTrade“ vor. Die Organisation GEPA (Fair Trade Company) bezahlt den Bauern einen gerechten Lohn. Dadurch werde allerdings die Schokolade bei uns teurer. Diese „fair gehandelte“, ohne Kinderarbeit hergestellte Schokolade, darauf wiesen im Gleichklang die Referentin sowie Hildegard und Alois Feyrer hin, könne man auch in Hirschau kaufen – und zwar im „Eine-Welt-Laden“. Dieser sei in den Räumen der Stadt- und Pfarrbücherei untergebracht und jeden Samstag von 9.30 Uhr bis 12 Uhr geöffnet.

Die beiden Klassenleiter dankten Anja Fröhlich für die eindrucksvollen Schulstunden. Globales Lernen müsse bereits in der Grundschule beginnen. Nur so könnten unsere Kinder ein Gefühl für die Lebensumstände der Menschen in den armen Ländern entwickeln und bei ihnen die Bereitschaft geweckt werden, mit zu helfen, deren Schicksal zu verbessern.

 

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Die Mädchen und Jungen der Kombi-Klasse 3/4 (im Bild) wissen ebenso wie die der Kombi-Klasse 1/2 seit Wochenbeginn bestens Bescheid in Sachen Schokolade. Ihre Klassenleiter Hildegard und Alois Feyrer hatten mit Anja Fröhlich (im Bild) von der „Eine-Welt-Station“ Amberg eine Fachfrau eingeladen, die den Kindern sowohl den Weg der Schokolade von der Kakaoschote bis zur fertigen Tafel als auch die problematischen Lebensbedingungen der Kakaobauern anschaulich aufzeigte.