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Alle fünf Sinne gehen auf Reisen

Mobiles Erfahrungsfeld der Sinne vorgestellt - Ehrenamtliche Mitarbeiter übernehmen Betreuung

Gespannt schauen die Kinder zu, wie Regina Demleitner nur mit dem Reiben ihrer Hände das Wasser in einer Schüssel spritzen lässt. Sie sind ganz gefangen im Reich der Sinne, in das sie an diesem Tag in der Hirschauer Schule eintauchen dürfen. Und das Tolle dabei ist: Sie müssen ihre Schule für das Sinnes-Erlebnis nicht einmal verlassen, die mobile Einrichtung kommt vorbei.

"Mobiles Erfahrungsfeld der Sinne", ist der offizielle Titel des Projekts, das der Landkreis und die Stadt Amberg gemeinsam über das Staatliche Gesundheitsamt auf die Beine gestellt haben. Wobei die Initiative eindeutig von dessen Suchtarbeitskreis um Gerhard Fleischmann ausging. Hintergrund war die Tatsache, dass früher immer wieder das mobile Erfahrungsfeld aus Nürnberg in den Schulen der Region gastierte, die Kosten dafür in letzter Zeit aber stark angestiegen sind. So entstand laut Fleischmann bereits 2006 die Idee, so etwas in Eigenregie aufzuziehen. Stück für Stück erfolgte der Aufbau der einzelnen Sinnesstationen, nach und nach konnten ehrenamtliche Mitarbeiter zur Betreuung geworben und ausgebildet werden - zuletzt übrigens mit Hilfe der Adventsaktion der Amberger Zeitung.

Sponsoren machen mit
Für die Koordinierung des Projektes konnte Regina Demleitner gewonnen werden, die früher im Amberger Jugendzentrum gearbeitet hat und sich derzeit in Erziehungsurlaub befinden. Dazu gesellten sich mit der Sparkasse Amberg-Sulzbach, den Stadtwerken Amberg und der AKW drei Sponsoren, die den finanziellen Aspekt abdeckten. Das trotz eines Unkostenbeitrags von zwei Euro pro Kind anfallende Defizit fängt der Verein Versuch e.V. auf.
Seit Herbst 2010 ist das mobile Erfahrungsfeld der Sinne nun mit sehr großer Nachfrage in den Grundschulen unterwegs, nun wurde es Zeit, auch offiziell den Startschuss zu geben. Das dies ausgerechnet an "seiner" Hirschauer Schule passierte, freute natürlich deren Direktor Hans Meindl. Immerhin gab sich auch Landrat Richard Reisinger die Ehre, der sich sichtlich darüber freute, mal wieder ein wenig in seinen alten Beruf als Lehrer hineinschnuppern zu dürfen. Auch wenn einer der Schüler ganz forsch einmal schätzte, so zehn Sinne dürfte es schon geben.

Das Erfahrungsfeld der Sinne, das macht Gerhard Fleischmann deutlich, ist ein lebendiger Organismus. Es wird beständig weiterwachsen. Und ebenso stetig unterwegs sein. Für 2011 sind bereits mehrtägige und -wöchige Einsätze in den Schulen von Lintach, Auerbach, Sulzbach-Rosenberg und Amberg geplant. Derzeit ist es noch auf den Grundschulbereich beschränkt, um Angebote für weitere Zielgruppen zu machen, müsste laut Fleischmann die derzeitige Konzeption erweitert und angepasst werden.

Derweil haben die Kinder der Hirschauer Schule einen riesigen Spaß an den einzelnen Stationen. So heißt es in den Tastkästen, tapfer hineingreifen und sich überraschen lassen. Kaltes Eis hat ein Mädchen da getastet, gefährliche Tiere oder eklige Sachen sind in den Behältern ohnehin nicht versteckt. Und schon geht es barfuß über den Hinderniss-Parcours. Mit den Füßen erspüren die Kinder Steine und Holz, Stoff und Sand. Sie dürfen an kleinen Fläschchen schnuppern, in denen ganz unterschiedliche "Düfte" eingefangen sind. Am Ende haben sie alle fünf Sinne benutzt. Und damit eine ganz besondere Schulstunde erlebt.

Weitere Informationen im Internet:

http://www.erfahrungsfeld-as.de

mp4-Datei (25MB)

Link zur OTV-Seite      
az_sinne.jpg (458960 Byte)