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Eltern holten ihre Kinder nach neun Jahren wieder von der Schule ab

Würdige Entlassfeier an der VS Hirschau – Alle schafften den Hauptschulabschluss, 20 von 25 Mädchen und Jungen den „Quali"

 „So wie Sie vor neun Jahren ihre Kinder in die Schule gebracht haben, so sollen Sie nun Ihre jugendlichen Kinder wieder von der Schule abholen." Diese kleine Zeremonie sollte auch den Eltern bewusst machen, dass ihre Mädchen und Jungen nun in andere Hände gegeben werden und einen ersten Schritt in die berufliche Zukunft machen werden. Eine ökumenische Andacht in der Hirschauer Stadtpfarrkirche, geleitet von Pfarrer Roman Breitwieser und Gemeindereferentin Judith Drechsel und musikalisch und mit Worten umrahmt von der Abschlussklasse und Klassenleiterin Kerstin Kiener , stimmte auf den Abschlussabend ein.

Nach einem Schlagzeugsolo begrüßte Konrektor Josef Schmaußer die Gäste und gab das Wort an Hirschaus Bürgermeister Hans Drexler weiter. Er wünschte den jungen Leuten einen „zielgerichteten Weg". Die Firmen seien auf motivierte Hauptschüler angewiesen und suchten deshalb auch interessierte und lernwillige junge Menschen. Elternbeiratsvorsitzende Heike Fink ermunterte die jungen Leute, die guten Kontakte weiter zu pflegen und sich nicht so bald aus den Augen zu verlieren. Sandra Fehlner und Meike Haas sangen „Ich geh’ in Flammen auf", bevor Schulleiter Rektor Albert Rösch mit einem Zitat des schwedischen Erfolgsautoren Henning Mankell seine letzte Ansprache an eine Abschlussklasse einleitete. „Jugendlich wollen ihre eigenen Wege finden. Die wichtigste Aufgabe der Erwachsenen, der Eltern und der Lehrkräfte ist es, ihnen das Fliegen beizubringen, aber nicht zu entscheiden, wohin sie fliegen." „Diese Aussage", so der Rektor, „kann ich als Erwachsener und Lehrer nur unterschreiben." Die Lehrer würden von den Mädchen und Jungen oft als „Einmischer" angesehen, doch der Begriff „Routenplaner" wäre treffender. Als langjähriger Religionslehrer der Klasse, so Albert Rösch, dass die eigene Stimme die „Begleitmusik" mit fremden Klängen, Stimmen, Wünschen, Vorlieben und Einflüssen oft etwas leiser stellen würde.

Die Ansprache der Klassenleiterin Kerstin Kiener zeigte den langen gemeinsamen Weg der Kinder mit der Lehrkraft auf. Sie sei als verantwortliche Lehrkraft stolz, dass alle Mädchen und Jungen den Hauptschulabschluss geschafft hätten, davon 80 Prozent, 20, den Qualifizierenden Hauptschulabschluss". Die Klasse hätte oft vorbildlichen Einsatz für die anderen Mitschüler gezeigt, so etwa beim Pausenverkauf oder beim heurigen Schulfasching, als man Verantwortung für die Grundschüler übernommen habe. Bilder aus den gemeinsamen letzten drei Schuljahren untermalten die Erinnerungen. „Es gibt immer nur einen richtigen Weg: Deinen eigenen!" Dieses Motto habe sich die Klasse zum Abschluss ausgewählt. „Geht nun eueren eigenen Weg!"

Für die Schülerinnen und Schüler sprachen Isabella Fink, Christina Pöhlmann, Meike Haas und Maria Krös die Abschiedsworte. Nach dem Mädchenchor der 9. Klasse wurden die Zeugnisse überreicht. Als Jahrgangsbeste wurden Milena Scheffmann, Valentin Wisgickl, Maria Krös und Alexander Kummer geehrt. Alle vier hatten eine Eins vor dem Komma.

Lehrerin Christina Weigl und Kerstin Kiener beendeten die Feierlichkeiten mit "Can you feel the love tonight?", bevor noch zu einem Stehempfang geladen wurde.

Abschluss 2010 Jahrgangsbeste.jpg (140620 Byte) Als Jahrgangsbeste wurden Milena Scheffmann, Valentin Wisgickl, Maria Krös und Alexander Kummer geehrt. Alle vier hatten eine Eins vor dem Komma.

Mit auf dem Bild Schulleiter Rektor Albert Rösch, Klassenlehrerin Kerstin Kiener, Elternbeiratsvorsitzende Frau Fink und Hirschaus Bürgermeister Hans Drexler (von links).

 

Abschluss 2010.jpg (182004 Byte) 16 von 25 Mädchen und Jungen haben bereits einen Arbeitsplatz, fünf werden die Wirtschaftsschule besuchen, vier junge Leute sind noch in der Bewerbungsphase.

az_abschluss9_2010.jpg (404603 Byte)

Text und Bilder: Josef Schmaußer